(Autorin: Bernadette Wieser)

In den meisten sozialen Situationen werden Menschen mit Down-Syndrom mit Achtung, Respekt, Freundlichkeit und Höflichkeit behandelt. Oftmals genießen sie durch ihren besonderen Charme, durch ihre Offenheit und ihr Lächeln sogar bevorzugte Behandlung und einzigartige Aufmerksamkeit.
Doch im täglichen Zusammenleben stehen sie immer wieder auch vor besonderen Herausforderungen.

Dieser Beitrag fasst die wesentlichsten Punkte aus der Broschüre „The R -Word“ von David Hingsburger (ergänzt durch zentrale Statements zweier Fachvorträge der 10. Welt-Down-Syndrom-Kongresses in Dublin) zusammen.

David Hingsburger, Toronto, hat sich als Autor und Therapeut auf die Bereiche „Sexualerziehung und die Entwicklung des Selbstkonzepts“ spezialisiert.

Das „R“-Wort steht als Kurzform für „retardiert“, also zurückgeblieben, behindert.  

Menschen mit Handicaps sind häufig die Zielscheibe von Hänseleien und Mobbing - von der Schulzeit bis zum Arbeitsplatz. Der häufigste Rat, den sie erhalten, lautet: „Ignoriere es einfach.“ Aber ist dieser auch wirklich gut genug?

Hingsburger erzählte von einem Jungen, der von seinen Schulkollegen mit dem Wort „behindert“ so lange entwürdigt wurde, bis er sich zunächst wünschte, unsichtbar, später tot zu sein. Auch die anwesenden Lehrer griffen nicht ein, sahen der Diffamierung wortlos zu, hatten sich daran gewöhnt.
Der Rat vieler Eltern, Betreuer und anderer wohlmeinender Mitmenschen für die Person mit Handicap ist vielfach: „Ignoriere sie einfach!“ Einfach?
Was bedeutet dieser Rat? Er bedeutet: „Halt deinen Mund, geh weg, kümmere dich nicht darum“. Aber er bedeutet auch, dass Wörter, wie „Behinderter, Dummi, Mongo“ keine Bedeutung hätten, dass Verbalattacken, kein gewichtiges soziales Unheil seien.
Wir teilen damit der Person mit Handicap mit, dass die Attacken gegen sie nichts zu bedeuten, dass alle Angriffe wie an einer Wand abzuprallen hätten- dies ist respektlos, nimmt ihr die Menschenwürde ein weiteres Mal und führt vermutlich dazu, dass sie keine Gespräche mehr suchen wird und die Kränkungen versucht, auszuhalten, ohne mit jemandem darüber sprechen zu können.

Hingsburger berichtete, dass in seinen mit Jugendlichen mit Handicaps durchgeführten Workshops, alle davon ausgingen, alle!, dass es ihre eigene Schuld sei, wenn sie beschimpft, verspottet, attackiert werden würden. „Es ist das, was du bekommst, wenn du anders bist.“

Rosa Brillen

Wir, die wir vermeintlich ohne Handicap leben, haben vielfach begonnen, unsere Augen vor der Realität zu verschließen. Im Bestreben nach Integration, Inklusion und mainstream haben wir völlig darauf vergessen, wer es ist, der die Schulgänge und Firmenhallen entlang laufen muss, der die täglichen Wege in der Stadt bewältigt, mit dem Bus fährt und im Supermarkt die Jause bestellt. Wir setzen rosa Brillen auf und meinen, unser Job sei getan, wenn ein Schüler mit Handicap eine Integrationsklasse besucht oder ein Erwachsener einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt innehat. Doch dann geht es eigentlich erst los.

Das klingt, als ob Hingsburger gegen Integration sei? Nein, keinesfalls! Ganz im Gegenteil. Er hält nur leidenschaftliche Plädoyers dafür, mit Menschen mit Handicaps Strategien zu erarbeiten, die es ihnen erleichtern, mit Verbalangriffen und Beleidigungen umzugehen (und nicht, sie zu ignorieren).
Er fordert Eltern eindringlich auf, mit ihren Kindern mit Handicap Möglichkeiten zu erarbeiten, wie sie besser in dieser Welt, die ihre Besonderheit nicht immer schätzt, leben können. Wir alle sind aufgefordert, Menschen mit Handicap den Rücken zu stärken, neben ihnen zu sein und sie für die Person, die sie sind, zu schätzen und zu lieben.

„ICH BIN OK! Sie sind gemein.“

Jeder von uns hat sich beim Autofahren, in einem Geschäft oder Restaurant schon benachteiligt und unfreundlich behandelt gefühlt. Oft formulieren wir dann in unserem Kopf kleine oder größere Beschimpfungen für diese Personen (denken Sie an den roten Kopf und die heftig schnatternden Lippen von Autofahrern, denen der Vorrang gestohlen wurde).
Und danach fühlen wir uns besser. Warum? Wir haben die Verantwortung für das unerfreuliche Geschehen damit dem anderen zugeschoben und uns selbst davon befreit.

In der Broschüre „The R -Word“ lässt Hingsburger einen jungen Mann mit Handicap, der gelernt hatte, diese einfache Strategie in seinem Alltag anzuwenden, zu Wort kommen.
„Ich wartete auf den Bus und wurde von einer Gruppe von Kindern verspottet und ausgelacht. Ich blieb ruhig auf meiner Bank sitzen und dachte: ´Ihr seid alle A…löcher.“ Als ich aus dem Bus ausgestiegen war, wartete ich, bis er weit genug weggefahren war, und brüllte dann A….löcher laut heraus. Daheim schaute ich mich in den Spiegel und sagte laut: „ICH BIN OK! Die anderen, sie sind die gemeinen A….löcher.“

Dieses beliebte A-Wort muss es ja nicht unbedingt sein, gestand auch Hingsburger in seinen Vorträgen grinsend ein.

Die Grundbotschaft lautet:

„ICH BIN OK! Sie sind gemein!“
„ICH BIN OK! Sie sind gemein!“
„ICH BIN OK! Sie sind gemein!“

Lassen Sie Ihr Kind, Ihren Schüler, Ihren Klienten nicht allein in dieser oft feindseligen Welt.
100 % der Eltern, die bisher an Workshops mit Hingsburger teilgenommen hatten, waren der Meinung, dass ihre Kinder mit Handicap keinerlei Attacken oder Angriffen ausgesetzt wären.
100 % dieser Kinder waren es jedoch täglich. Eine Diskrepanz in der Wahrnehmung, wie sie größer nicht sein könnte.

An dieser Stelle möchte ich (Bernadette Wieser) erwähnen, dass gerade Kinder mit Down-Syndrom häufig sehr wenig von ihren Erfahrungen außer Haus erzählen. Wie oft antworten sie auf unsere Frage „Wie war es in der Schule?“ mit einem lapidaren „Schön.“ Ende.
Wir erfahren zu wenig, viele Kinder sprechen nicht über ihre demütigenden sozialen Erfahrungen.
Meine eigene Tochter Nicola, ein friedfertiger und ausgeglichener Mensch, hat während des ersten Jahres ihrer integrativen Hauptschulzeit Aggressionen und Angriffslust entwickelt. Diese waren mit Sicherheit ein Hilferuf, eine Antwort auf Demütigungen und Respektlosigkeiten, welche ihr von Mitschülern, primär aus anderen Klassen, entgegen geworfen worden waren. Das Allermeiste davon wird mir als Mutter sicher verborgen geblieben sein. Wenn ich dabei war, waren alle sehr nett und freundlich zu ihr, wenn sie ihre Wege jedoch allein bewältigte, was von Nicola immer mit Nachdruck eingefordert worden war, musste mein Mädchen sicher viele Angriffe und Hänseleien einstecken. Diesbezügliche Befragungen von Lehrern und Mitschülern bzw. heimliche Beobachtungen wurden von Nicola sofort mit sicherem Instinkt aufgedeckt und als Vertrauensbruch meinerseits interpretiert. Sie wollte und will die Große sein und wichtige Freiheiten zugestanden bekommen. Wir wissen natürlich nie, auf welche Menschen sie trifft, wenn sie mit dem öffentlichen Bus allein unterwegs ist, die Briefe zur Post bringt oder Einkäufe erledigt. Aber sie weiß eines: „ICH BIN OK! Wenn mich jemand schlecht behandelt, ist der andere dafür verantwortlich. ICH BIN OK!“
Übrigens: seit die Hauptschulzeit vorbei ist, sind auch die Aggressionen über Nacht verschwunden.

Ein junger Mann mit Down-Syndrom, der eine integrative Hauptschule besucht, hat während unserer pädagogischen Diagnostik plötzlich vom Mobbing gegen ihn nach Schulschluss und auch von physischen Bedrohungen (Messer, Feuerzeug) erzählt. Er war sehr aufgeregt und redete lebhaft und detailreich auf meine Kollegin und mich ein. Als wir diese Situation im Anschluss (ohne sein Beisein!) seiner Mutter erzählten, war diese geschockt und aufgewühlt. Auch sie hatte keine Ahnung gehabt.

Was tun, wenn mir jemand von Angriffen und Demütigungen gegen ihn erzählt?

Zurück zu Dave Hingsburger:

  • Wann immer Ihnen ein Mensch erzählt, Opfer durch Erniedrigungen, Kränkungen und Herabwürdigungen geworden zu sein, ist dies ein Moment voll von seinem Vertrauen in Ihren Charakter und Ihre Integrität. Dieser Mensch hat Sie ausgesucht, um Ihnen von seinen Verletzungen zu erzählen und sicher bereits davor seine Umwelt genauestens beobachtet, im Bemühen darum, jemanden zu finden, der ihm zuhört und ihn ernst nimmt.
  • Der erste Schritt ist jetzt, dieses Vertrauen wie einen unbezahlbaren Schatz zu behandeln und das eben Erzählte mit Ihren eigenen Worten wiederzugeben. „Danke, dass du mir das erzählt hast. Ich denke, das muss sehr weh tun, so behandelt zu werden.“ Vorerst keine Tipps geben, nur zuhören und das Gesagte mit eigenen Worten nochmals zusammenfassen.
  • Erniedrigungen und Demütigungen kennen viele Menschen, nicht nur jene, die mit Handicaps geboren werden. „Auch ich habe eine ähnliche Situation schon erlebt, als …“ Durch eine kurze Erzählung einer Situationen, die Sie selbst erlebt haben, kann der Mensch mit Handicap erkennen, dass soziale Herabwürdigungen immer dort zu beobachten sind, wo niederträchtige, gewissen- und charakterlose, widerwärtige Menschen ihr Unwesen treiben. Achtung: diese Situation gehört jenem Menschen, der sich vertrauensvoll an Sie gewandt hat. Ihm/Ihr gebührt Ihre volle Aufmerksamkeit und Zeit, Sie selbst dürfen nur ganz kurz von Ihren eigenen Verletzungen erzählen.
  • Das Vermitteln der Grundbotschaft „Ich bin ok. Sie sind gemein.“ kann Entlastung in akute Krisensituationen bringen. Es kann zu einer Selbstschutz-Formel für Menschen mit Handicap werden, ihre Würde und ihr Selbstbewusstsein zu bewahren.
  • Es ist nicht Ihr Job! Wann immer Ihnen ein Mensch von seinen Verletzungen und Kränkungen erzählt, können und dürfen Sie nur Wegbegleiter sein, niemals den eigentlichen Job für ihn oder sie erledigen.

Ein Beispiel aus der Broschüre „The R -Word“: Randy, ein junger Mann mit Handicap, erzählte von seinen Demütigungen während verschiedener Einkäufe in einem Shop.
Der Verkäufer schien ihn zu ignorieren oder unfreundlicher zu behandeln als andere Kunden.
Randys Betreuer hatten den Verkäufer mehrfach auf sein kränkendes Verhalten angesprochen und erfolglos um Veränderung gebeten.
Dieses Verhalten der Betreuer war trotz allen Bemühens von Respektlosigkeit Randy gegenüber gekennzeichnet: es hat nämlich allen Beteiligten signalisiert: Randy ist nicht selbst in der Lage, für sich zu sprechen, er hat seine Position am untersten Ende der sozialen Leiter akzeptiert.

Hingsburger hat dem Team vorgeschlagen, mit Randy Strategien zu erarbeiten, selbst mit dem Verkäufer zu sprechen. Gesagt-getan.
Nach einigen Wochen erhielt Hingsburger einen Brief von Randys Betreuerteam:
„Wir taten, was Sie uns vorgeschlagen haben. Ich ging mit Randy ins Geschäft und er erzählte dem Verkäufer, wie sehr es ihn verletze, ständig als letzter dranzukommen oder überhaupt ignoriert zu werden. Er erklärte ihm, ebenfalls ein Kunde zu sein und dass sein Geld genauso gut sei wie das der anderen. Und es war erstaunlich. Ich denke, zum ersten Mal in seinem Leben wurde dem Verkäufer bewusst, dass Randy ein Mensch mit Gefühlen ist. Er entschuldigte sich bei ihm. Randy ist in dieser Situation ein ganzes Stück gewachsen.“

  • Nicht immer dürfen wir Menschen mit Handicap, welche Angriffen oder Demütigungen ausgesetzt sind, dazu raten, die Konfrontation zu suchen. Dies hängt von der Situation ab. Der Verkäufer befindet sich auf einem Platz, der Schutz und Sicherheit durch die anderen sich dort befindenden Menschen gibt. Außerdem hat der Verkäufer aus seiner beruflichen Situation heraus entwürdigend gehandelt (häufig aus Unwissenheit, was natürlich niemals als Entschuldigung gesehen werden darf) und dieses Verhalten nicht als Privatperson gesetzt. Dies ist ein Unterschied. Wäre Randy von diesem Verkäufer auf offener Straße attackiert worden, würde es keinen Sinn machen, diesen allein (ohne Unterstützer) bezüglich seines Verhaltens zur Rede zu stellen. Randy wäre in jedem Fall der Unterlegene gewesen und hätte seine Position womöglich noch verschlimmert. In diesem Fall wäre die Begleitung durch eine Vertrauensperson entscheidend gewesen. Und sich allein mit einer ganzen Bande anzulegen, verbietet sich aufgrund der damit verbundenen Gefahren überhaupt von selbst! Wird die Konfrontation mit einer Gruppe von Menschen, die einen anderen attackieren, gesucht, ist die Unterstützung durch einen Sozialarbeiter, Streetworker oder Psychologen angeraten. Ein Gespräch mit dem Anführer der Gruppe kann der gesamten Gruppendynamik eine neue, positive Richtung geben und sowohl den Rudelführer, als auch seine Gefolgschaft (welche häufig durch Gruppendruck mitmacht) zum Umdenken bewegen. Die Mutter einer jungen Dame mit Down-Syndrom hat sich mit ihrer Tochter, in Begleitung einer Sozialarbeiterin, an eine Gruppe von Jugendlichen gewandt. Diese Gruppe hatte im Schulbus Psychoterror gegen ihre Tochter betrieben und die drei Damen wagten sich „in die Höhle des Löwen“. Der Überraschungseffekt war groß, nach einer Stunde hatte sich das Blatt gewandt. Die Jugendlichen hatten ein wenig Einblick bekommen in die Gefühlswelt der jungen Dame mit Down-Syndrom, entschuldigten sich bei ihr mit einem selbst gepflückten Blumenstrauß und wurden fortan ihre Kumpels. In anderen Fällen kann es aber auch ratsam sein, Alternativen für den Menschen mit Handicap zu suchen, um der Gruppe auszuweichen: etwa andere Wege zu benützen oder diese in Begleitung zu gehen.
  • Nicht jeder, der freundlich ist, ist auch mein Freund! Aus eigener Erfahrung weiß ich sehr genau, dass gerade Menschen mit Down-Syndrom anderen häufig sehr zugewandt sind. Aus Freude über Aufmerksamkeit und Zuwendung erkennen sie daher in kritischen Situationen oft nicht eine möglicherweise destruktive Absicht hinter der Freundlichkeit von charakterlosen Mitmenschen. Nach dem Prinzip „negative Aufmerksamkeit ist besser als gar keine“ kann es sehr lange dauern, bis sich ein Mensch mit Handicap eingesteht, dass die sozialen Kontakte zu manchen ihrer Mitmenschen (auch nur ein einziger ist zu viel!) verletzend und herabwürdigend sind. Und steckt mitten drin in einem bösen Spiel aus Psychoterror, Beleidigungen und Mobbing. Wir sollten Menschen mit Down-Syndrom auch darin begleiten, mit ihnen über Vertrauen zu sprechen. Jemandem Vertrauen entgegen zu bringen ist sowohl ein Gefühl als auch eine erlernte Fertigkeit. Von unserer Kindheit an lernen wir, zunächst unserer Familie, später Freunden zu vertrauen. In unserem Bestreben nach Selbstständigkeit und Eigenständigkeit für Menschen mit Handicaps überfordern wir sie oft in ihrer Gefühlswelt. Hingsburger gibt zu bedenken, dass es für Menschen mit intellektuellen Handicaps unbedingt klare „Übungseinheiten für Vertrauen“ geben muss, bevor wir sie allein in diese Welt hinaus schicken. Wir müssen ihnen das Gefühl des Misstrauens beibringen, ihnen klar erklären, dass nicht hinter jedem lächelnden Gesicht auch ein freundlicher Mensch mit einem warmherzigen Charakter steckt. Das Erkennen der Unterschiede zwischen Freunden und Feinden muss besprochen, erlebt, in Rollenspielen erprobt werden. Hingsburger betont, dass er ein glücklicher Mensch sei, weil er in der Lage sei, sich in Abhängigkeit von jemandem zu begeben, ohne dabei das Gefühl zu haben, die Kontrolle zu verlieren. Er müsse nicht immer stark sein. Das Wichtigste sei aber, sich vorher zu versichern, ob dieses blinde Vertrauen in einen anderen niemals mit der Furcht vor tiefen Verletzungen einhergehe.

Dran bleiben!

Auch, wenn wie in Randys Fall, das Problem gelöst zu sein scheint, ist es wichtig, dass Sie als Vertrauensperson klar signalisieren, dass Sie jederzeit wieder für ein Gespräch zur Verfügung stehen und dass Sie ehrliches Interesse daran habe, ob sich die Situation auch wirklich langfristig und nachhaltig verbessert.
Fragen Sie immer wieder einmal nach und seien Sie hellhörig und achtsam. Übrigens: es gibt viele Möglichkeiten, das „R“- Wort auszudrücken, alle sind sie verletzend. „Warum brauchst du nur immer so lang?“- „Ständig müssen wir auf dich warten.“- „Benimm dich nicht so dumm.“- „Stell dich nicht immer so an.“ Auch ein angewidertes Rollen mit den Augen oder ein verständnisloses Schütteln des Kopfes voller Ungeduld kann einem Menschen mit Handicap seiner Selbstachtung berauben und in seinem Kopf die Vorstellung, ein Niemand und ein Nichts zu sein, verfestigen.

Unterstützen wir unsere Mitmenschen mit Down-Syndrom darin, eine Identität zu entwickeln, die sie stolz sein lässt darauf, wer und was sie sind. Nicht, indem wir ihnen einzureden versuchen, sie seien genau wie jeder andere auch.
Menschen, die mit einem außergewöhnlichen Chromosomensatz von 3 mal 21 geboren wurden, müssen wissen, dass sie Menschen mit „Down-Syndrom“ oder „Trisomie 21“ sind. Diese Tatsache ist ein Teil ihrer Persönlichkeit und hebt sie aus der Masse wohltuend hervor. Die Einzigartigkeit zu betonen ist die Basis für das Selbst-Bewusstsein „ICH BIN OK!“.