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Internationaler Linkshändertag am 13. August: „Kinder sollen mit ihrer natürlichen Hand leben dürfen“

  • 13. Aug.
  • 3 Min. Lesezeit

Leoben, 9. August 2026 – Am 13. August wird weltweit der Internationale Linkshändertag begangen. Er soll auf die besonderen Bedürfnisse von Linkshänderinnen und Linkshändern aufmerksam machen – und auf ein Thema, das trotz moderner Pädagogik noch immer nicht vollständig aus unseren Schulen verschwunden ist: die Umschulung der natürlichen Händigkeit.

„Nimm die schöne Hand!“ – dieser Satz mag für viele nach einer längst vergangenen Zeit klingen. Doch auch heute erleben Kinder noch bewusst oder unbewusst Situationen, in denen sie dazu gebracht werden, für das Schreiben die „falsche“ Hand zu verwenden. Gerade beim Schuleintritt kann eine falsche Einschätzung der Händigkeit weitreichende Folgen haben.

Mehr Linkshänder, als wir tatsächlich erkennen

Wissenschaftliche Untersuchungen kommen je nach Definition auf rund zehn bis elf Prozent eindeutig linkshändige Menschen. Gleichzeitig gibt es eine beträchtliche Gruppe mit schwacher oder gemischter Handpräferenz sowie Menschen, deren natürliche Händigkeit im Laufe ihrer Kindheit nicht entsprechend gelebt wurde. Fachliche Beratungsansätze gehen deshalb von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus – teilweise werden Größenordnungen von bis zu 40 Prozent genannt, wenn natürliche Linksorientierungen und nicht eindeutig gelebte Händigkeit mitberücksichtigt werden.

„Entscheidend ist nicht, wie viele Menschen wir statistisch als Linkshänder bezeichnen, sondern wie viele Kinder ihre tatsächlich angelegte Händigkeit überhaupt erkennen und entwickeln dürfen“, erklärt Dominik Dobaj, zertifizierter Linkshänderberater nach SM-H® – der Sattler-Methodik der Händigkeit.

Umschulung kann mehr sein als nur „mit der anderen Hand schreiben“

Wird ein Kind dazu gebracht, entgegen seiner natürlichen Handpräferenz zu schreiben, kann dies zunächst ganz konkrete Auswirkungen auf die Schreibentwicklung haben. Zu den beschriebenen primären Folgen gehören beispielsweise eine erhöhte Anstrengung beim Schreiben, langsamere oder verkrampfte Schreibbewegungen, eine ungünstige Stifthaltung, Probleme mit der Schreibflüssigkeit und eine erhöhte Ermüdung.

Daraus können sich sekundäre Folgen entwickeln: Unsicherheit, Frustration, Konzentrationsprobleme, eine geringere Freude am Schreiben und Lernen oder Schwierigkeiten, die eigene Leistung abzurufen. Besonders problematisch kann sein, wenn ein Kind wiederholt die Erfahrung macht, dass etwas „nicht richtig“ ist, obwohl es lediglich seine natürliche Hand verwenden möchte.

Auch die psychologische Ebene darf nicht unterschätzt werden. Ein Kind, das vermittelt bekommt, seine natürliche Art etwas zu tun sei falsch oder „nicht schön“, kann Selbstzweifel, Leistungsdruck oder ein negatives Selbstbild entwickeln. Bei einer langjährigen Umschulung können solche Erfahrungen bis ins Erwachsenenalter nachwirken. Wissenschaftliche Untersuchungen haben sich ebenfalls mit den motorischen und neurophysiologischen Besonderheiten umgeschulter Linkshänder beschäftigt.

 

 

Sicher in die Volksschule starten

Gerade jetzt, wo für viele Kinder der Schuleintritt bevorsteht, ist es wichtig, die Händigkeit nicht dem Zufall zu überlassen.

Dominik Dobaj führt standardisierte Händigkeitsüberprüfungen nach der Sattler-Methodik durch und unterstützt Familien dabei, die von Geburt an angelegte Händigkeit ihres Kindes zu erkennen und entsprechend zu fördern. Ziel ist nicht, ein Kind zum Links- oder Rechtshänder zu machen, sondern herauszufinden, welche Hand seine natürliche Dominanz zeigt – und ihm anschließend die Möglichkeit zu geben, diese auch zu leben.

Dabei können auch bestehende frühkindliche Reflexe berücksichtigt werden. Als ausgebildeter Reflexintegrationstherapeut kann Dobaj persistierende frühkindliche Reflexe erkennen und in die pädagogische und entwicklungsorientierte Arbeit einbeziehen. Dies kann insbesondere dann von Bedeutung sein, wenn die Entwicklung der Händigkeit durch motorische oder neuromotorische Faktoren erschwert erscheint. Die Tätigkeiten der Testung sowie in weiterer Folge der Integration von noch persistierenden frühkindlichen Reflexen wird im Kompetenzzentrum von Sandra Künsnter, Bernadette Wieser und Dominik Dobaj begleitet.

 

Angebot in Leoben

Händigkeitsüberprüfungen und Beratungen werden im Kompetenzzentrum LEBEN LACHEN LERNEN, Kärntnerstraße 395, 8700 Leoben, angeboten. (mail: zentrum@down-syndrom.at)

„Eine sichere und gut vorbereitete Einschulung beginnt nicht erst mit dem ersten Schultag. Wenn wir wissen, welche Hand ein Kind natürlicherweise bevorzugt, können wir ihm von Anfang an die richtigen Rahmenbedingungen geben“, so Dominik Dobaj.

Der Internationale Linkshändertag am 13. August ist daher auch ein Appell an Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen: Nicht jede linke Hand braucht Korrektur – manchmal braucht sie einfach die Erlaubnis, sie selbst zu sein.

 
 
 

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